Winterakademie: „Workshop intensiviert und verdichtet meine Fotografie“

Dietmars Spezialbereich ist die Architekturfotografie. Er ist seit 25 Jahren Mitglied in einem  Fotoclub mit über 100 Mitgliedern und leitet diesen mittlerweile. Mit einem Siegerfoto bei einem Fotowettbewerb hat er die Teilnahme an der „Winterakademie“von „Wenn HeldenReisen“ gewonnen.
In diesem einwöchigen Intensivseminar kann man in die FotokunstAkademie gründlich hineinschnuppern und und ein Thema seiner Wahl coachinggeführt erarbeiten.

Dietmar: „Durch meine Beschäftigung – im Besonderen mit der doch sehr speziellen Nachbearbeitung meiner Aufnahmen – habe ich schon etwas Abstand zu der klassischen Architekturfotografie bzw. dem gegenständlichen Abbilden bekommen. Es standen bei mir immer mehr die Visionen im Vordergrund, die ich beim Betrachten einiger architektonischen Kunstwerke empfunden habe.

Aber was mir bei diesem Workshop geboten wurde, hat mich dem Medium weiter geöffnet und mich zu einem Umdenken in meinem fotografischen Tun motiviert.
Auch die Umsetzung von Bildideen ohne große nachträgliche Bearbeitung hat mich bei den gezeigten Arbeiten der Kursleiter sehr beeindruckt, ich war überrascht, was da alles möglich ist.

Coaching-Erfahrungen

Die Coaching Runden waren für mich die Highlights des Workshops. Wann hat man schon mal Gelegenheit, mit einem erfahrenen Dozenten so konzentriert an einem Thema zu arbeiten und dann noch das Gefühl vermittelt zu bekommen, dass etwas aus einem herausgekitzelt wird, das tief im Innern verborgen ist?

Auch die ruhige Art von Jürgen und die stressfreie Atmosphäre des Umfeldes haben ihr übriges dazu beigetragen. Wir haben uns blendend verstanden und ich hätte mich Stunden lang mit ihm über die Fotografie austauschen können.

Jürgen hat mit viel Gespür erkannt, dass mich die Architektur weiterhin sehr bewegt und nicht loslässt.
So hat er ein Thema aus mir herausgelockt, wovon ich direkt begeistert war – die Architektur der Natur. Dazu habe ich kein großes Umfeld an Motiven mehr gebraucht, die sind mir quasi in die Linse gesprungen.

Das hieß aber auch, mir im Vorfeld mehr Gedanken über meine Bildideen und deren gestalterische Umsetzung mit der Kamera zu machen. Da hat schon ein Umdenken stattgefunden. Die Auseinandersetzung schon beim Fotografieren, das ist ja das große Ziel. Wenn ich einfach ein Objekt fotografiere, und innerlich passiert gar nichts, dann fehlt mir auch beim Ansehen etwas. Dagegen, wenn ich schon beim Fotografieren etwas verspüre und glücklich bin mit dem Bild, dann  überträgt sich das auf das Ansehen später. Dann hat man das Bild gemacht, das man machen wollte. 

Jürgen hat mich ermutigt, mehr zu wagen, mehr zu spielen mit den Möglichkeiten, die man hat. Anfänglich bin ich noch nach meiner herkömmlichen Manier mit vollem Fotorucksack und Stativ losgezogen, um bloß alles dabei zu haben und gewappnet zu sein. Von Tag zu Tag wurde dies weniger und am letzten Tag hatte ich nur noch meine Kamera mit einer Linse bei mir. Rückblickend muss ich feststellen, dass da die besten Bilder für mich entstanden sind.

Äste als flächige Form..
Struktur und Licht
Geometrie des Winters

Das ist mein Lieblingsbild. Die Lichtbrechung im scharfen Bereich, diese Interferenzerscheinung,  hat mich selbst umgehaun.

Was nehme ich für mich mit und was hat sich geändert

Ich war vor dem Workshop gesättigt von den Bildern, die man tagtäglich zu Hauf zu Gesicht bekommt und einen nicht mehr ansprechen. Es fehlt bei vielen Bildern das gewisse Etwas, auch wenn sie technisch einwandfrei umgesetzt sind und da klammere ich mein Schaffen auch nicht ganz aus.

Ich erlebe leider oft im Clubleben oder in anderen Communities, dass die Technik im Vordergrund steht, aber kein Fortschritt in der Bildgestaltung zu erkennen ist. Dies ist ein Punkt, wo ich ansetzen werde, einmal in dem Fotoclub, den ich leite und natürlich bei mir selbst.

In dem Workshop habe ich gespürt, was es sein könnte, was aus einem Bild etwas Besonderes macht. Es muss von mir kommen. Etwas das mich berührt und bewegt.“

Mehr von Dietmars Bildern gibt es hier zu sehen, das nächste Intensivseminar bei „WennHeldenReisen“ ist die Sommerakademie 2019 auf Sylt.

Porträt einer bemerkenswerten Ausstellung…

 … aus der Blickrichtung von Birgitt Matkowitzeiner Besucherin.
Vielen Dank, dass wir diesen Text hier veröffentlichen können!

Der helle Dielenboden knarrte betreten und eine Woge des Willkommenseins im stillen Dialog über das Leben umfing mich. Durch das betagte Sprossenfenster an der Stirnseite lugte gefiltertes Wintersonnenlicht und schmeichelte der Atmosphäre dieses ehrwürdigen Schlossraumes aus dem 16. Jahrhundert. Ich hatte Glück, die Mehrzahl der Starnberger spazierte heute am See, nicht in eine Ausstellung; so stand ich für einen Moment allein inmitten ausdrucksstarker Schwarz-Weiß-Porträts und ließ mich überrumpeln von ihrer Schönheit.

Was bewirkte, dass sie mich derart in ihren Bann zogen?

Unter jedem Foto befand sich ein kleiner Text auf weißem Hintergrund mit einer Äußerung der porträtierten Person, die als Überschrift für ihr Leben und Wirken gelten konnte. Ein Kernsatz der Lebensspur, die bereits hinterlassen wurde. Ich untersuchte die Übereinstimmung dieser Worte mit dem abgebildeten Gesicht und der zugehörigen Gestik und guckte mich damit in ein Zwiegespräch mit einem Menschen, den ich gerade kennenlernte. Fantastisch, wie es funktionierte.

Doch das allein war nicht der Schlüssel zur Magie, der ich erlag. Ich begab mich neugierig in den anschließenden großen Saal.

́Künstler der Tafelrunde ́ – schoss mir in den Sinn, mir, die ich als Kind an der Seite von König Artus gekämpft hatte, und durch alte Schlösser gestreift war, als sei ich deren Besitzerin. Die abgebildeten Personen waren nicht alle Künstler, nein, aber das galt es jetzt nicht so genau zu nehmen. Worum es ging, war der Dialog, der im Raum flirrte. Früher saßen hier Menschen um einen Tisch herum, jetzt kommunizierte das reale Leben still von der Wand herunter. Doch auch das traf noch nicht den Punkt. Ich platzierte mich in die Raummitte (dahin, wo früher die Tafel stand), und plötzlich wusste ich es:

Die Augen! Ich konnte in ihren Augen lesen!

41 Personen mit 41 Wesenszügen. Sonnige, nachdenkliche, fröhliche Purzelbäume schlagende, von zielgerichtetem Willen geleitete, sich selbstsicher behauptende, hinterfragende, und zahlreiche weitere aus übergeordneten Zuschreibungen in variantenreichen Details aus Augen ablesbar. Augen, die fast durchgehend strahlten. Emotionen, festgehaltenen Bewegungen, die nie eingefroren wirkten sondern die Zukunft würden überdauern können.

Dem Fotografenduo Carmen Kubitz und Jürgen Wassmuth ist es gelungen, die Seele der jeweiligen Person zu erreichen. Innere Schönheit wird sichtbar und erlebbar. Hier ist neben Können auch Kunst im Spiel.
Schufen sie mit ihrer Arbeit eine Form von Unvergänglichkeit, die selbst im hohen Alter, wenn der Blick vielleicht erlöschen wollte, immer noch erkennbar sein würden?

Wie ich erfuhr, entstanden alle Porträts während eines sehr persönlichen Dialoges zwischen drei Menschen. Zwei Fotografen im Gespräch mit der porträtierten Person in den Spuren ihres Lebens. Emotionen, die Bewegung auslösen. Lebensspuren, Emotionen, Bewegung, sichtbar für uns, die Betrachter. Eine sehr persönliche Angelegenheit festgehalten für die Ewigkeit.

Das Licht im Raum hatte sich zwischenzeitlich gewandelt, wirkte jetzt gedimmt, ähnlich meiner Speicherkapazität für intensive Eindrücke. Langsam lief ich in umgewandter Reihenfolge noch einmal an den Gesichtern der Menschen vorbei, die bereit gewesen waren, ihre Lebensspuren der Zeitschreibung zur Verfügung zu stellen, zurück zu meinem Ausgangspunkt. Dorthin, wo auch mein Lieblingsporträt hing, das einer Frau, einer Künstlerin, mit der Aussage: „…weil ich mit der Hand mein Herz ausdrücken und mich verschenken kann.“

Wo bleiben meine Kritikpunkte? So viel Lobhudelei ist ja peinlich. Ich geh dann mal. Nach über zwei Stunden…

„Zu zweit auf einem Surfbrett durch die Wellen reiten? Das funktioniert nicht!“ „Doch“, nickte ich. „Ich habe es mit eigenen Augen gesehen.
Birgitt Matkowitz

Das Buch „Lebensspuren“ ist im Allitera Verlag erschienen und kostet 29.-€.

Und hier noch ein paar Impressionen zur Ausstellung in Schloß Kempfenhausen am Starnberger See, 26.1. bis 24.2.2019.

Elisabeth Carr eröffnet die Vernissage
Fotografen und Fotografierte
Jürgen Wassmuth und Anatol Regnier
Buch und Ausstellung werden der Öffentlichkeit übergeben

Corimage, Lebensspuren, Ausstellung, Porträt

 

 

Über einen Freund…

Beim Durchforsten meiner Fotos bin ich auf eine Geschichte in wenigen  Bildern gestoßen, die mir aber so am Herzen liegt, dass ich den blog nutzen möchte, um sie mal eben loszuwerden … einfach so…

Es geht um Yonas. Ich kenne ihn seit über vier Jahren. Er ist einer von den  vielen Menschen in unserem Ort, die unseren Umgang mit Fremdheit und Offenheit neu belebt haben. Die unser Verhältnis zu Frieden und Wohlstand ein bißchen gerade geklopft haben und uns als Bürger und Mitmenschen gefordert haben. Seit Ende 2014, als sie plötzlich da waren. Und blieben.
Yonas erhielt seinen Aufenthaltsstatus, absolvierte die geforderten Deutschkurse und fand einen Arbeitsplatz bei einem Gartenbauer, wo er sehr geschätzt wird, weil er stark ist, offen und freundlich. Er lebt bis heute in einer Gemeinschaftsunterkunft mit anderen Männern aus Eritrea, Syrien, Afghanistan.
Als Yonas aus seiner Heimat weglief, ließ er seine Frau Johanna zurück. Sie waren kurz zuvor verheiratet worden.  Johanna wollte nicht alleine in der Familie ihres Mannes bleiben, zwei Jahre nach Yonas verließ sie Eritrea ebenfalls heimlich. Sie ging nach Addis Abeba und blieb dort, um eine Vorladung in der deutschen Botschaft und damit den erlaubten Weg über den gesetzlich geregelten Familiennachzug nach Deutschland abzuwarten. Nach über einem Jahr war sie des Wartens alleine illegal in der Fremde überdrüssig und machte sich auf den Weg zu ihrem Mann. Ohne die benötigte Registrierung als seine Ehefrau.

Yonas schickte viel erarbeitetes und erliehenes Geld an Bekannte und Schlepper auf Johannas Weg. Johanna verschwand im Sudan und tauchte wieder auf, Johanna verschwand in Libyen und meldete sich Wochen später aus einem Versteck, harrte ein halbes Jahr aus, bis sie auf ein Boot kam. Sie erreichte Sizilien.
Nahe Catania saß sie sieben Monate in einem Flüchtlingslager fest, ohne Aus- und Einreiseerlaubnis nach Deutschland. In einem Zimmer mit einer Türe ohne Schloss. Yonas schickte Geld für Kleidung, Handy und Medikamente, flog hin, kam zurück, arbeitete, schickte Geld. Nach Monaten des Wartens, der Behördengänge bei Landratsamt, Asylberatung und Rotem Kreuz, nach Kontakt mit dem UNHCR, dem BAMF kam eines Tages eine kurze Nachricht aus Italien:
Tag, Uhrzeit, Ankunft am Flughafen München, Flug EW 1901 aus Catania
Einfach so.

Ein deutscher Flughafen ist nicht dafür gemacht, Menschen ohne Sprachkenntnisse ihren Koffer und den Weg nach außen finden zu lassen und die Menschen hinter den Türen sind anscheinend auch nicht gemacht, einer suchenden Frau ohne Sprachkenntnisse dabei zu helfen, aber auch diese Hürde hat Johanna schließlich genommen.

Und dann dann war sie da. Einfach so.

Mittlerweile ist Johanna ein halbes Jahr hier. Sie hat Yonas Papierchaos sortiert, kocht hervorragenden eritreischen Kaffee und hat das Zimmer in der Gemeinschaftsunterkunft ein bißchen hübscher gemacht. Ansonsten wartet sie, auf ihre Papiere und damit auf die Erlaubnis zu Deutschkurs und Arbeit. Bis dahin ist sie tagsüber meist alleine, denn Yonas arbeitet viel. Geld zurückzahlen und sparen auf eine Wohnung. Falls es je eine geben sollte. Wir leben einer privilegierten Gegend Oberbayerns, da sind günstige Wohnungen und Zimmer rar. Vor allem für Flüchtlinge.

Ausstellungstipp 2: „Lebensspuren“, Eröffnung am 26. Januar 2019

Selbstverständlich bin ich unglaublich neugierig auf das neue Projekt von Carmen Kubitz und Jürgen Wassmuth. Deshalb ist die Ausstellungseröffnung mit Buchvorstellung am 26. Januar 2019 in Schloss Kempfenhausen bei Starnberg ein Pflichttermin für mich.

Die beiden Fotografen, die als Künstlerduo unter dem Namen CORIMAGE auftreten, haben für ihr Projekt über Jahre bekannte und unbekannte Persönlichkeiten aus dem bayerischen Fünfseenland aufgesucht, einer Umgebung, die seit Jahrhunderten Künstler und Freischaffende anzieht und beherbergt. Aus ihren Begegnungen sind Portraits entstanden, die sie  jetzt, versehen mit Texten von Jürgen Wassmuth und der Journalistin und Autorin Maren Martell, in einem Bildband veröffentlicht haben. 

Foto: CORIMAGE

Zur Vernissage am 26.1.2019 wird es ein illustres Programm mit anwesenden Künstlern, Musik und Lesungen geben, und hier die Presseankündigung des Verlags zu Buch und Event:

Ankündigung: Gesichter und Geschichten von Menschen am See – Das Fest im Schloss

Wann ist ein Porträt im künstlerischen Sinne gelungen? Auf diese Frage gibt „Lebensspuren“ eine eindrückliche Antwort. Nämlich: Wenn die Spuren eines Lebens aus dem Porträt herauszulesen sind. Wenn Gestimmtheit, Persönlichkeit, Atmosphäre und Umfeld der Porträtierten in die Fotografie eingeflossen sind. Wenn anmutig und lebendig ein Charakter aus einem Bild zu seinem Betrachter spricht.

Mit großer Intensität spiegelt der im Allitera Verlag erscheinende Bildband Menschen und ihr Sein über das Medium Fotografie. 41 Porträts geben Einblicke in das Leben von Künstlern und Kreativen aus dem Fünfseenland, darunter Kabarettist Josef Brustmann, Schauspielerin Marianne Sägebrecht, Opern-Diva Juliane Banse, Schauspieler Thomas Darchinger und Filmemacher Walter Steffen.

Am 26. Januar wird der Bildband von Carmen Kubitz, Jürgen Wassmuth und Maren Martell im Schloss Kempfenhausen vorgestellt. Die KunstRäume am See von Elisabeth Carr laden zu einem Bilderfest mit Gesichtern und Geschichten ein. Mit Lyrik, Literatur und Musik werden die Porträtierten präsentieren, was sie auf ihrem Lebensweg geprägt hat.

Weitere Informationen zur Ausstellung hier.

Ausstellungstipps zum neuen Jahr: 1. The Family of Man

Den ersten Eintrag im neuen Jahr möchte ich einer Ausstellung widmen, die trotz ihres stolzen Alters von 64 Jahren mein persönliches Ausstellungshighlight 2018 war:

The Family of Man auf Schloß Clervaux in Luxemburg.

Jürgen hatte mir wiederholt von diesem weltberühmten „kollektiven Porträt der Menschheit“ erzählt, das der Fotograf Edward Steichen, Kurator des MoMA New York,  Anfang der 50er Jahre vor dem Hintergrund des zweiten Weltkrieges, der Entwicklung der Atombombe und der Bedrohung durch den kalten Krieg initiiert und zusammengestellt hatte. „… Die Fotografin Dorothea Lange assistierte ihrem Freund Edward Steichen bei der Rekrutierung von Fotografen…. 1953 starte sie „Einen Aufruf an Fotografen auf der ganzen Welt“:
„Zeige ‚Man to Man‘ auf der ganzen Welt. Hier hoffen wir, durch visuelle Bilder die Träume und Bestrebungen des Menschen, seine Stärke, seine Verzweiflung unter dem Bösen zu enthüllen. Wenn die Fotografie diese Dinge zum Leben erweckt, wird diese Ausstellung in einem Geist leidenschaftlichen und ergebenen Glaubens an den Menschen geschaffen. Nichts weniger werden wir erreichen… „(Auszug aus Wikipedia „The Family of Man“)

Text: Carl Sandberg

Nachdem ich vorbei an Carl Sandbergs so schönem wie pathetischem Eingangstext durch den Mauerbogen eingetreten bin, werde ich sofort hineingezogen in die Thematik des ersten Raumes: Eine wandfüllende Fotografie einer Meerlandschaft, davor eine Büste einer schwangeren Frau, gleich einer prähistorischen Statue.

An den anderen Wänden weitere Bilder von Schwangerschaft und Geburt, einer Hochzeitsgesellschaft, festgehalten in ausschließlich schwarzweißen Portraits und Szenen von Menschen aus Europa, Amerika, Afrika, Asien. Es folgen, Raum für Raum,  die Themen Kindheit und Familie, Alter, Tod. Mensch im sozialen Umfeld, Mensch und Technik, Mensch und Glaube, Mensch im Elend, im Krieg, im Glück. Vereinzelt stehen Zitate von Philosophen, Schriftstellern, Politikern unter den Fotografien, die man am liebsten mitschreiben möchte, um sie nicht wieder zu vergessen. Manche Bilder eröffnen beim Betrachten eine Zeitreise zurück in vergangene Epochen und Welten, manche Bilder sind ewig aktuelle Momente des Menschseins. Die Installationen in den Räumen, obwohl weitgehend der Originalausstellung getreu gestellt und gehängt, wirken auf mich beeindruckend  und verdichten die Themenbereiche noch zusätzlich.

Installation Familienportraits

Nach eineinhalb Stunden Schauen bin ich geflasht, beeindruckt von den gezeigten Dokumenten, persönlichen Momenten, Emotionen in den Fotografien. Danke für den tollen Tip!

Fotografien: Paul Himmel, Consuelo Kanaga, Tana Hoban
Fotografie: Robert Capa
Fotografie: Jerry Cooke, Text: Lui Chi

Zur Geschichte der Ausstellung:

„Ausstellungstipps zum neuen Jahr: 1. The Family of Man“ weiterlesen

Die Woche der Präsentation: Zum Schluss…

Wie es sich gehört, ist mein Kopf nach der letzten Impulswoche mit „WennHeldenreisen“ wieder angefüllt mit neuen Eindrücken, mit Wissen, mit Fragen. Auch dieser:

Wo stehe ich jetzt, was nehme ich mit?

Wir sind in zwei Jahren Heldenreise eine Gemeinschaft der unverbesserlich Wissbegierigen und Neugierigen, der Schauenden und Erkennenwollenden geworden. Wir können den ganzen Tag über Fotografie diskutieren und nachdenken. Aber nicht nur.

Wir stellen uns unseren Aufgaben und schonen uns nicht.
Wir fotografieren, werten aus und schonen uns nicht.
Egal ob Lehrende oder Lernende.

Wir wollen weiterkommen, nicht nur mit der Fotografie.

Wir bewegen uns zwischen Tillmanns Tomaten und Cyanotypie im Badezimmer, „Die Woche der Präsentation: Zum Schluss…“ weiterlesen

Woche der Präsentation IV: Wege nach außen

Während wir über die Präsentation eines Werks sprechen, wird mir bewusst, welchen Weg ein Bild oft geht, bis es dort ankommt, wo wir es dann betrachten können.

Eine Idee, ein Gefühl, ein Gedanke stand zu Beginn. Manchmal erfolgt die Umsetzung ganz spontan und schnell, manchmal erfordert es eine intensive Auseinandersetzung, oft über einen großen Zeitraum, bis das Bild oder das Projekt tatsächlich entstehen kann. Dann ist es für mich sichtbar geworden. Fällt aber der Entschluss, das Bild nun in die Öffentlichkeit zu transportieren, beginnt wieder eine kritische Auseinandersetzung. Ist es nur für mich persönlich authentisch oder kann bzw. möchte ich es nach außen tragen? Hält es einer Kritik, einer fremden Betrachtungsweise stand? Und – wie werde ich es präsentieren? Auch die Art der Präsentation wird dazu beitragen, wie mein Bild wahrgenommen werden wird. Der Betrachter wird, je nach dem Kontext, in dem er es vorfindet, seine ganz eigene Erfahrung damit machen, mit seiner Wahrnehmung und seiner Sichtweise.

Der Besuch eines Fotolabors inspiriert und informiert uns ausführlich und während der Betrachtung der unglaublich vielen Möglichkeiten formen sich bereits die ersten Gedanken, wohin die Reise meiner Bilder gehen kann :

 

 

Woche der Präsentation III: Im Moor

Wir fahren fotografieren.
Wie in jeder Heldenwoche, haben unsere kundigen Scouts bereits einen besonderen Ort dafür ausgekundschaftet, ein weit ausgedehntes Hochmoor. Als wäre es abgesprochen, zieht sich die strahlende Herbstsonne kurz vor dem Ziel  zurück und empfiehlt sich einer Wattelandschaft, eingehüllt in ein  milchigweiches, Farben und Geräusche reduzierendes  Nebelgewand.  Frösteln weicht Begeisterung, schmerzende Zehen stapfen unbeirrt auf schmalen Pfaden… „Woche der Präsentation III: Im Moor“ weiterlesen

Woche der Präsentation II: Aus dem Schatzkästlein

Ehrlicherweise fristen die Resultate meines Fotografendaseins oft ein recht graues Dasein. Liegen mit ihren Artgenossen auf einer Festplatte herum, um selten genug betrachtet zu werden. Vielleicht schaffen sie es als Bildschirmschoner auf den Rechner und wenn sie Glück haben, auf eine Webseite.

Ich glaube, es liegt manchmal an der zu großen Fülle von Bildern, die mich  erschlägt und den Blick auf das Einzelne trübt.  Und dann die Frage, wie könnte ich meinem Bild am ehesten gerecht werden? Wird das Bild auf dem Weg vom Rechner in die Sichtbarkeit seine Schönheit behalten oder weiter entfalten können?

Wir sprechen also in dieser Woche über Präsentationsformen. Über Wettbewerbe und Portfoliomöglichkeiten, über Ausstellungen und die Konzepte dazu. Und profitieren von den unterschiedlichen fotografischen Lebenswegen und Erfahrungen unserer drei Dozenten. Doch bevor wir ins Thema tiefer einsteigen, gibt es mal wieder einen kleinen Helden-Simsalabim-Moment:

Die Coaches huschen herum, räumen Tische frei, schleppen (zumindest einer) große Koffer heran, um uns dann Einblick in ihre Schatzkästlein zu gewähren….. „Woche der Präsentation II: Aus dem Schatzkästlein“ weiterlesen

Wieder mit den Helden unterwegs: Die Woche der Präsentation

Zum letzten Mal während unserer Ausbildung machen wir uns auf den Weg, reisen nach Belgien, in ein klitzekleines Blockhaus am Rande eines ebenso kleinen Ortes zwischen Kühen und Hochmooren.

Wieder einmal habe ich nur eine wage Vorstellung, was uns erwarten wird. Vor knapp zwei Jahren begannen wir mit der Wahrnehmung, es folgten Abstraktion und Ausdruck.  Und nun also: „Präsentation“. „Wieder mit den Helden unterwegs: Die Woche der Präsentation“ weiterlesen